Vietnamesen in Berlin statistisch gesehen

Vietnamesen in Berlin statistisch gesehen

Gastbeitrag von Marina Mai

Berlin und insbesondere der Bezirk Lichtenberg werden immer attraktiver für Vietnamesinnen und Vietnamesen. Seit Jahren wächst die Zahl der vietnamesischen Einwohner in der Stadt stark an. Aktuell wohnen laut statistischem Landesamt 16 652 vietnamesische Staatsangehörige plus 9 652 deutsche Staatsangehörige mit vietnamesischem Migrationshintergrund in der Stadt. Das macht in der Summe mehr als 26 000 Menschen mit vietnamesischen Wurzeln in der deutschen Hauptstadt. Damit leben in Berlin mit großem Abstand die meisten Vietnamesen im Vergleich zu allen anderen Bundesländern.

Waren Vietnamesen viele Jahre lang die größte außereuropäische Zuwanderergruppe in Berlin, so wurden sie in den letzten Jahren allerdings von zwei anderen Gruppen überholt: Aus Syrien kamen zahlreiche Flüchtlinge in die Stadt, so dass die Syrer heute mit 30 999 die größte Zuwanderergruppe stellen, die aus einem anderen Kontinent als Europa stammen. Auch US-Amerikaner leben inzwischen mehr in Berlin als Vietnamesen, nämlich 18 677.

Sieht man sich die Gruppe der Vietnamesen genauer an, so gibt es rein statistisch mehrere Unterschiede zu anderen Zuwanderergruppen. Erstens fällt auf, dass unter den vietnamesischen Staatsbürgern deutlich mehr Frauen in Berlin leben als Männer, nämlich 9 278 Frauen 7 374 Männer. Bei den deutschen Staatsangehörigen mit vietnamesischen Wurzeln ist das Geschlechterverhältnis hingegen ausgewogen. Vermutlich gelingt es geflüchteten Frauen aus Vietnam leichter als geflüchteten Männern, ein Aufenthaltsrecht hier zu erwerben. Hier schlägt aber auch durch, dass mit zunehmenden deutschen Touristen in Vietnam viele Vietnamesinnen nach Berlin kamen, um deutsche Männer zu heiraten.

Die zweite Besonderheit von Vietnamesen im Unterschied zu anderen Ausländergruppen in der Stadt besteht darin, dass sie stärker in den Ostbezirken leben statt in den Bezirken mit hohen Zuwandererzahlen in der westlichen Innenstadt. Das liegt daran, dass zahlreiche Vietnamesen in der DDR als Vertragsarbeiter angeworben wurden und sie ihren Wohnbezirken treu geblieben sind. Hier im Osten hat sich auch eine vietnamesische Infrastruktur entwickelt. Es gibt das Dong-Xuan-Center im Bezirk Lichtenberg als den zweitgrößten Asiamarkt Europas, es gibt in jedem Ostbezirk vietnamesische Vereine, Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants, in denen sich Vietnamesen treffen. Und ob Bezirksämter, Polizei oder Wohnungsbaugesellschaften: Die Infrastruktur im Osten hat sich für die Gruppe der Vietnamesen besonders gut interkulturell geöffnet.

Die größte vietnamesische Kommune deutschlandweit ist der Bezirk Lichtenberg. Hier leben 5 661 vietnamesische Staatsbürger plus 2 260 Deutsche mit vietnamesischen Wurzeln. In Lichtenberg ist aber auch das statistische Missverhältnis zwischen den Geschlechtern besonders drastisch: Auf 2 512 Männer kommen 3 149 Frauen.

Nach Lichtenberg leben die meisten vietnamesischen Staatsbürger in Marzahn-Hellersdorf (2 996), Friedrichshain-Kreuzberg (2 671) und Mitte (2 526).

Altersmäßig überwiegen unter den vietnamesischen Berliner die jungen Erwachsenen bis 45 Jahre (8 474). Aber auch die Gruppe zwischen 45 und 65 Jahren ist eine stark wachsende Altersgruppe mit gegenwärtig 5 745 Menschen. Rentner sind noch eine kleine Gruppe.

(Stichtag aller Zahlen ist der 30.6.2017.)

 

Marina Mai
freie Journalistin

m.arina_mai@yahoo.de

 

Das Gefühl, wieder in Hanoi zu sein (Cảm xúc khi tôi lại trở về Hà nội)

Das Gefühl, wieder in Hanoi zu sein

(Cảm xúc khi tôi lại trở về Hà nội – Bài viết của một bạn trẻ thế hệ hai)

2 Wochen Hanoi. Eine Stadt, in der man ein Jahr gelebt hat, in nur einer solch kurzen Zeit noch ein mal zu besuchen ist genauso stressig und geladen, wie es vermuten laesst: Als ob man ein ganzes Jahr in 2 Wochen quetschen wuerde.
Es waren viele Dinge anders: Einige Babies waren neugeboren, Kleinkinder waren groesser geworden und hatten sprechen gelernt, einige Freunde und Verwandte haben anfgefangen zu studieren/aufgehoert zu studieren/eine neue Arbeit begonnen/ihre Arbeit verloren/ihre Arbeit gewechselt in der kurzen Zeit in der ich da war, Familien mit denen ich befreundet war sind umgezogen, aufs Dorf zurueckgekehrt, haben geheiratet, jemand ist verstorben (siehe zwei Eintraege weiter unten). Die Umschlagrate des Lebens ist irgendwie einfach hoeher in Vietnam.
Trotz all diesem Hin und Her, der Veraenderung und Fluktuation, ist das Gefuehl das Gleiche geblieben. Es kam sofort wieder, als ich mich am ersten Tag nach meiner Ankunft aufs Motorrad gesetzt habe. Vier Wochen war ich davor schon in Vietnam gewesen, habe meinen Magen an das Essen, meine Zunge an die Sprache, und meine Haut an das Klima gewoehnt, aber mein Herz wollte sich sich noch nicht so recht gewoehnen. Ich nahm zwar die ganze Zeit wahr, dass ich in Vietnam war, aber so richtig freuen, so richtig heimisch fuehlen konnte ich mich nicht. An meinem ersten Morgen in Hanoi jedoch, nachdem ich von meiner Tante selbstbewusst eingefordert hatte, mir ein Motorrad zu leihen (und dabei sehen konnte, wie sie innerlich schrie “Du bist doch Auslaenderin, du kennst dich doch hier gar nicht aus, das ist alles viel zu gefaehrlich fuer dich, du bist doch noch ein Baby!”, sich dann aber meiner Fahrkuenste von letztem Jahr besonn und einfach zustimmte), musste ich mir einfach nur den Namen einer Strasse ins Gedaechtnis rufen, und dann ging es los. Ich fuhr, ohne nachzufragen, wie man das Motorrad bedient, ohne auf die Karte zu schauen, ich fuhr los, und dachte, dass es kein Gefuehl auf der Welt geben koennte, was sich natuerlicher anfuehlten wuerde.
Ich traf viele Leute in diesen zwei Wochen, einige neue, die gerade in Hanoi urlaubten, und viele, viele alte Bekanntschafen. Freunde. Freunde, mit denen ich letztes Jahr sehr eng befreundet gewesen war, mit denen ich dann aber das jahr ueber kaum Kontakt gehalten habe. Das war nun nicht wichtig. Ich war wieder da, und unsere Freundschaft war beim alten. Ich erinnere mich, wie ich vor vielen Jahren mal eine deutsch-vietnamesische Schulfreundin in Berlin besucht habe, und aus Interesse gefragt hatte, ob denn ihre Mutter noch Freundschaften in Vietnam haelt nachdem sie ausgewandert war. Meine Freundin antwortete: “Meine Mutter hat noch zwei Freundinnen aus Grundschulzeiten, wenn sie in Deutschland ist, ruft sie die fast nie an, aber wenn sie nach Vietnam zurueckkehrt, und sei es nur ein Mal alle fuenf Jahre, benehmen die sich wieder wie beste Freundinnen.”
Vielleicht hat das Leben in Vietnam eine hoehere Umschlagrate, aber Gefuehle tun es nicht. Es war nicht wichtig, dass ich meine blinde Gastschwester nur ein einziges Mal im vergangenen Jahr angerufen habe. Ich hatte das Gefuehl, dass es in meinem Leben in London nichts gab, was sie regelmaessig interessiert haette. Was haette ich denn erzaehlen sollen? Dass ich gerade eine Hausarbeit ueber Indigenenrechte schreibe?
Das ist jetzt egal, denn als ich wieder da war, zaehlte nur der Moment. Und ich und meine Gastschwester redeten, wir redeten ueber alles und nichts, ueber Freunde treffen heute Abend und Fruehstueck morgen frueh. Und manchmal redeten wir auch einfach gar nicht, sondern lagen nur einfach auf dem Bett, auf dem wir letztes Jahr immer geschlafen hatten, lagen unter dem Surren des Ventilators und hoerten dem Markttreiben auf der Strasse zu. Das ist das Gefuehl, wieder in Hanoi zu sein.

(mit freundlicher Genehmigung von maivietnam.myblog.de)

Tanzgruppe “Mai am Viet Duc” beim Seenfest in Berlin-Lichtenberg am 02.09.17

Jedes Jahr wird das Seenfest in Berlin-Lichtenberg mit viel Engagement ehrenamtlich vom Förderverein Obersee & Orankesee e.V. organisiert. Zwei Tanzgruppen von kleineren und grösseren vietnamesischen Kindern von „Mai am Viet Duc“ sind mit 4 Tänze an dem Programm beteiliegt. Die Kids haben zumteil Ihre Chorgeographie selbst entwickelt. Eine starke Leistung. Zum Anheizen in den ersten Stunden war es beinahe ferfekt. Die Zuschauer waren begeistert.

„Tanzgruppe “Mai am Viet Duc” beim Seenfest in Berlin-Lichtenberg am 02.09.17“ weiterlesen

Sommerfest 2017: Mehr als 100 Leute waren da.

Ngày vui mùa hè 2017, Sommerfest. Có hơn 100 người tham gia.

Tại vườn sau của trụ sở hội, Sewanstrasse 43, Berlin-Lichtenberg  (Kultschule) Nước ngọt, bia, đồ ăn…  Lại hẹn sang năm nhé !

„Sommerfest 2017: Mehr als 100 Leute waren da.“ weiterlesen